Das war das Jahr 2020 in der Digitalwerkstatt

Hinter uns liegt ein turbulentes Jahr mit vielen Herausforderungen. Zum Jahreswechsel blicken wir auf das Jahr 2020 zurück. Das Jahr, in dem wir die Blaue Dächer Digitalwerkstatt gegründet haben. 
Wir haben uns dabei für die 4L-Retrospektive entschieden. Dazu gehören vier Fragen, die durch den Reflexionsprozess führen:

  1. ❤️ Was hat uns im letzten Jahr gefallen?
  2. 🕳️ Was hat uns im letzten Jahr gefehlt?
  3. 🧠 Was haben wir im letzten Jahr gelernt?
  4. 🌠 Wonach haben wir uns im letzten gesehnt?

❤️ Was hat uns im letzten Jahr gefallen?

Wir haben Routinen aufgebaut.

Jeden Sonntag um 17 Uhr klingelt es an meiner Tür. Sören kommt vorbei und wir nehmen unseren Podcast auf. Jeder Handgriff geschieht nun automatisch: Sören geht ins Arbeitszimmer und schraubt sein Mikrofon fest, ich koche (Podcast-)Tee, wir starten Audacity und nach einem kurzen Smalltalk, zählen wir gemeinsam ein, um die Audiospuren zu synchronisieren. Über keinen der Schritte müssen wir aktiv nachdenken. Stattdessen können wir uns voll und ganz auf den Inhalt der Podcastfolge konzentrieren – und das ist die Kraft von Routinen. 

Unser Leuchtturmprojekt ist vollendet! 

Mit dem Reiherbot wollten wir zeigen, dass einfache Lösungen, wie ein Telegram-Chatbot, bereichernde, innovative Erlebnisse schaffen können. Ich erinnere mich noch gut, wie Sören mir im Sommer von der Idee einer digitalen Stadtteilführung durch Potsdam-Golm erzählt hat. Damals dachten wir, das Projekt dauert so etwa eine Woche, dann sollte es fertig sein. 😂

Ein Vierteljahr später können wir nun aber stolz verkünden: Der Reiherbot ist fertig! Die erste Tour ist seit November veröffentlicht und kann von allen Interessierten jederzeit genutzt werden. Mehr dazu hier: https://blauedaecher.com/reiherbot/

Wir trauen uns vor die Kamera.

Ein riesiger Fortschritt lag in darin, Videos aufzunehmen. Live vor Publikum, oder der Webcam, konnten wir schon lange reden (teilweise fühlt sich das sogar einfacher an, als Smalltalk im Alltag). Doch vor der Kamera zu sprechen, in Instagramstories oder Toolvideos? Unendlich schwer! Wir haben uns trotzdem immer wieder gezwungen und scheitern unseren Weg weiter nach vorn, mit dem Ziel, eines Tages vor der Kamera entspannt zu wirken. #2030

🕳️ Was hat uns im letzten Jahr gefehlt?

Blogposts.

Eben weil die Zeit so häufig ein knappes Gut war, mussten wir Prioritäten setzen. Dabei fielen die Blogposts häufig hinten runter. Das ist schade, denn so gut wie jeden Tag gäbe es etwas zu berichten, einen Gedanken zu verfolgen oder einfach nur eine gute Idee, die geteilt werden könnte.

Eine Videoroutine.

Wir haben oben schon über unsere Routinen und davon geredet, wie viel Zeit und Energie wir dadurch sparen konnten. Diese Art von Routine fehlt uns noch für unsere Videoproduktion. Wie cool wäre es, dafür auch feste Prozesse aufzubauen?

Kreative Treffen.

Wie viel Zeit nimmst du dir für neue Ideen? (Hast du eine Routine dafür? Höhö.) Wir hatten Mal einen Kreativtermin an jedem Mittwoch, bei dem wir nur über neue Ideen geredet haben. Doch im Laufe der Zeit waren die Alltagsaufgaben und deren Deadlines immer wichtiger, bis wir die kreative Zeit fallen ließen.

Private Gespräche.

So wie die Zeit für Kreativität, haben wir auch an der Zeit für freundschaftliche Gespräche gespart. Das fehlte im letzten halben Jahr sehr!
Nun aber zu etwas Positivem…

🧠 Was haben wir im letzten Jahr gelernt?

Projekte umsetzen.

Machen, statt nur zu reden. Wir haben gelernt, mit Projekten anzufangen, noch bevor wir „den perfekten Plan“ haben – denn ihr wisst ja, den gibt es nicht. Ein kantiges Ergebnis ist immer besser als keines. Wir sind pro #unperfekt starten!

Podcasten

Wir haben gelernt, wie man Podcast aufnimmt, abmischt und veröffentlich. Aber darüber hinaus, auch gemeinsam über eine dreiviertel Stunde im Dialog ein Thema zu erarbeiten. Das hat unseren Blick auf Themen verändert. Wenn du reinhören willst, kannst du das hier: Unter blauen Dächern

Online-Workshops moderieren

Wir hatten beide schon einige Erfahrung mit analogen Workshops gesammelt. Doch dieses Jahr hat uns gezeigt, worauf es bei gelungenen Online-Veranstaltungen ankommt. Einige Aspekte sind vergleichbar, andere sehr unterschiedlich. In uns hat das die Sehnsucht nach interaktiven Formaten geweckt.

Und dann waren da noch..

Wir haben so viele kleine Dinge gelernt! Telegram-Bots programmieren, Videos animieren, Vektorgrafiken bearbeiten… Erik weiß jetzt sogar, was eine API ist (irgendwas mit Programmschnittstellen 🤓). Auch auf unserer ganz persönlichen Ebene hat dieses Jahr die Digitalisierung vorangetrieben. Über diese Punkte werden wir garantiert noch an anderen Stellen sprechen.

🌠 Wonach haben wir uns im letzten Jahr gesehnt?

Ein Tisch.

Klingt banal, aber war super anstrengend. Da sowohl Sören als auch ich gerade erst zwischen März und Mai umgezogen sind, blieben unsere Arbeitszimmer vorerst sehr provisorisch. Sören erinnert sich noch an seine ersten Online-Workshops, bei denen sein “Schreibtisch” eine Holzkiste war.
Das gleiche gilt übrigens auch für Stühle – wir hatten keinen gut eingerichteten Arbeitsplatz. 

Zeit.

Das nagte an uns und führte oft zu Frustrationen: Wir beide arbeiten nebenbei noch in anderen Jobs, die teilweise einfach nur des Geldes wegen, zum Teil aber auch aus Leidenschaft zu unseren Projekten gehörten. Dadurch hat uns allerdings oft die Zeit für Blaue Dächer gefehlt, trotz der ein oder anderen Arbeitsstunde mehr. 

Unabhängigkeit.

Wir sind müde von Studierendenjobs, fragwürdigen Hierarchien und Projekten, für die wir nicht brennen. Wir sehen uns nach mehr Unabhängigkeit und Raum für unsere eigenen Visionen. Dazu zählt auch, von unseren Projekten leben zu können.