Was haben die Formel 1 und digitale Stadtführungen gemeinsam?

Warum die Zielgruppen unter 35 Jahren andere digitale Stadtführungen brauchen, als wir bisher gewohnt sind und warum ausgerechnet Chatbots dabei helfen können.

Vor Kurzem habe ich einen langjährigen Freund besucht, der mit der digitalen Welt weniger Berührungspunkte hat. Seine Heimat ist die analoge Welt, seine Hobbies finden in der Natur statt. Umso erstaunter war ich, als er mir von seiner neuen Leidenschaft erzählte: er schaut jetzt Let’s Plays* auf YouTube an. Genauer: Let’s Plays, in denen Formel 1 gefahren wird.

*Für diejenigen, die sich diese Welt noch nicht erschlossen haben: Let’s Plays sind Videos, in denen man anderen Menschen beim Spielen von Videospielen zu sieht. 

Nach meinem Besuch habe ich mich gefragt, warum ihm das gefällt. (Denn ich hab’s wirklich nicht kommen sehen.) Und dabei habe ich etwas Wesentliches über digitale Stadtführungen gelernt.

Mehr als nur Gedaddel 

Die Formel 1-Spiele sind weit mehr, als nur ein Autorennspiel. Sie sind seit Jahren zu Simulationen gereift. Diejenigen, die professionell spielen (ein riesiger Markt!), haben keinen klebrigen Controller in der Hand, sondern sitzen in nachgebauten Fahrzeugkabinen vor dem Bildschirm. Sie steuern das Spiel über Pedale und ein Lenkrad – der größte Unterschied liegt darin, dass sie die Wohnung für ihren Sport nicht verlassen müssen. 

Was reizt nun meinen guten Freund an diesen Let’s plays? Sie kombinieren zwei Dinge: sportlichen Wettkampf und Unterhaltung. Ich verstehe nichts von Formel 1. Alles was ich weiß ist, die Rennen dauern ewig, die Moderatoren sind langweilig und irgendwas mit Michael Schuhmacher. 

Analog trifft digital

Dieser Freund erlebt das anders. Für ihn sind das spannende Kopf-an-Kopf-Rennen, Fahrstrategien und technische Perfektion. Das größte Problem ist der geringe Unterhaltungswert auf langen Strecken. Der trockenen Sportmoderation fehlt es an Witz, Spontanität und Jugendlichkeit. Eine jüngere Zielgruppe braucht moderne Formate. Und ich rede hier nicht von Jugendlichen, sondern von allen Menschen unter 35 Jahren, die mit dem Internet groß wurden. Zumindest zu einem erheblichen Teil ihrer späten Jugend. 

Diese Zielgruppe sehnt sich nach unverbrauchter Unterhaltung. Und deshalb funktionieren diese Let’s Plays für diesen Freund von mir. Sie machen seinen Sport unterhaltsamer, ohne an Spannung zu verlieren. 

Noch einmal, weil es so wichtig ist:
Menschen unter 35 Jahren verlangen nach anderen Unterhaltungsangeboten. 

Digitale Stadtführungen müssen neu gedacht werden

Klassische Stadtführungen, in denen eine Sprecherin Informationstexte über Sehenswürdigkeiten vorliest, funktionierten früher gut. Doch die Zeiten haben sich geändert. Wir sind eine höhere Frequenz an Unterhaltung gewohnt. An schnellere, witzigere, abwechslungsreichere Angebote. 

Wir müssen Stadtführungen neu denken. Digitale Stadtführungen treffen die Bedürfnisse nach Unabhängigkeit und Flexibilität. Im nächsten Schritt müssen sie das Bedürfnis nach Unterhaltung erfüllen. Mit interaktiven Elementen ist das kein Problem mehr.

Gute Stadtführungen setzen bereits auf Quizfragen, Rätsel, Interaktionen mit der realen Welt und ganz vielfältige Wege, Informationen zu Sehenswürdigkeiten zu bieten. Darunter fallen neben Audionachrichten auch Videos, Animationen und 360°-Aufnahmen. 

Doch in der Regel haben digitale Stadtführungen eine Schwäche: sie sind kein Mensch. An den Stellen, wo wir einer Stadtführerin mal eben nebenbei eine Frage stellen können, müssen wir in digitalen Stadtführungen mit dem leben, was im Vorfeld programmiert wurde. 

Deshalb brauchen wir Chatbots für digitale Stadtführungen

Wir von der Blaue Dächer Digitalwerkstatt setzen deshalb auf Chatbots für digitale Stadtführungen. Die können nämlich alles, was eine gute Stadtführung braucht, und zusätzlich können sie noch flexibel auf Fragen antworten. Möglich macht das eine künstliche Intelligenz. Während der Stadtführung können dem Chatbot einfach Fragen gestellt werden, wie wir es alle gewohnt sind: per Chat. 

Dadurch kombinieren wir die Vorteile der neuen Unterhaltung mit der Flexibilität einer echten Person. 

Am Ende ist es genau das, was mein Freund in den Let’s Plays gefunden hat: Ein echtes Erlebnis, das durch den digitalen Raum erweitert wird.