Von A nach B

In diesem Zusammenhang wird gerne ein unübersetzbares Wort aus dem Hawaiianischen beschrieben. Akihi kann man wörtlich mit Vogel übersetzen. Es steht aber für das plötzliche Vergessen von Wegbeschreibungen, nachdem man losgelaufen ist. Wenn man in einer fremden Stadt nach dem Weg fragt, bekommt man häufig eine freundliche Wegbeschreibung. Trotzdem passiert es immer wieder, dass man nach wenigen Metern diese schon wieder vergessen hat und sich schon wieder lost fühlt – Akihi eben.

Das ist uns auch bei den Wegbeschreibungen für unsere digitalen Stadtführungen aufgefallen. Neben Online-Veranstaltungen beschäftigen wir uns auch mit digital Guides. Mit einem Chatbot kann man neue Orte erkunden und wird spielerisch auf Wissenswertes hingewiesen. Neben spannenden Interaktionen spielt auch die abwechslungsreiche und klare Gestaltung der Routenführung eine wichtige Rolle. Daher habe ich drei wichtige Tipps zusammengestellt, die die Beschreibungen verständlicher machen.

“Bitte biegen Sie in 300 Metern rechts ab”

Hoffentlich hattest Du direkt beim Lesen eine Stimme aus dem Auto Navi im Ohr. Bei den Angaben fällt es mir schwer einzuschätzen, wie viel 300 Meter sind. Und bis wo wurden diese überhaupt gemessen: der Anfang der Abbiegespur? die Mitte der Kreuzung? Wir versuchen daher in unseren digitalen Stadtführungen auf Streckenangaben zu verzichten und uns mehr auf Orte zu fokussieren.

Wo bist du?”

Es ist hilfreich bei längeren Beschreibungen immer wieder Checkpoints einzubauen, an denen man überprüfen kann, ob man bis zu diesem Punkt, den richtigen Weg gewählt hat. Wie in Computerspielen sind das Punkte, an die man gut zurückgehen kann, falls man sich doch mal verlaufen hat. So kann man auf das große Kaufhaus hinweise oder der Fluss erwähnen, den man überquert. 

“Dein links oder mein links”

Wir alle nehmen Orte unterschiedlich wahr. Das Beispiel ist natürlich offensichtlich. Aber jenachdem, wie (gut) wir die Stadt kennen, können wir unterschiedliche Orte als Referenzen nutzen. Für jemanden, der/die hier zur Schule gegangen ist, mögen die Schule und die Bushaltestelle offensichtliche Wegmarken sein. Eine andere Person, die bisher die Stadt nur mit dem Auto erkundet hat, kann mit diesen Punkten wenig anfangen, um sich zurechtzufinden. Je besser man einen Ort kennt, desto schwieriger kann es manchmal sein, einfache Wegbeschreibungen für Ortsfremde zu formulieren.

Es gibt noch viele andere Tipps beim Formulieren von Wegbeschreibungen. Es ist zum Beispiel wichtig, lebendig zu erzählen, sodass die Wegbeschreibung nicht trocken und langweilig wirkt. Alle Angaben sollten chronologisch in einfachen Sätzen aneinandergereiht werden. Mir fällt dieses Phänomen manchmal bei Rezepten auf: “Fügen Sie Stück für Stück die Milch hinzu, nachdem Sie alles zu einer einheitlichen Masse verrührt haben”. Was da zuerst passiert wird schnell unklar und es ist komplizierter im Rezept hin-und-her zu springen.

Und was hat das nun mit Online-Workshops zu tun?

Häufig werden auch externe Tools in Online-Workshops eingesetzt. Gemeinsam brainstormen wir an einem virtuellen Whiteboard oder füllen eine digitale Netzwerkwand. Auch hier sind kleinschrittige Beschreibungen des Vorgehens wichtig. Was passiert genau, wenn die Teilnehmenden auf den Link klicken? Müssen sie noch auswählen, dass sie als Gast das Board bearbeiten wollen? Wie sieht genau das Icon aus, um einen neuen Text hinzuzufügen? Diese digitale Wegbeschreibung klingt auf den ersten Blick selbstverständlich, wird aber aus unserer Erfahrung häufig schnell übergangen ohne alle Teilnehmenden mitzunehmen.

Welche Tipps hast du für Wegbeschreibungen? Und wie setzt du diese in online Workshops um? Eine Anleitung, die du vorab verschickt hast, ein Folie mit Screenshots oder eine mündliche Beschreibung? Schreib deine Tipps gerne in die Kommentare.

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